VOM KALIBRIEREN ZUM EMAILLIEREN

5 – Beim Kalibrieren handelt es sich um ein Verfahren zur Herstellung runder und hoher Teile (Tassen, Salatschüsseln, etc.). Eine halbweiche Masse in Form einer Scheibe wird in eine Gipsform gelegt, die auf einer Drehmaschine befestigt wird. Ein Metallstempel senkt sich, zerdrückt die Masse so, dass sie sich an den Wänden der Form verteilt und schneidet den Überschuss ab. Man spricht von Tiefkalibrieren, wenn der Stempel das innere Profil des Teils formt und von Hochkalibrieren, wenn es das äußere Profil formt.

6 – Isostatisches Pressen ist ein Verfahren, das seit den 80er Jahren zur Herstellung von runden und flachen Teilen wie zum Beispiel Tellern verwendet wird.
Die Masse in Form von Körnchen (Puder wird durch Ausspritzen von Tonschlamm erhalten) wird bei einem Druck von ca. 350 Bar in einer Form aus Stahl und Polyurethan komprimiert. Das Porzellanpuder, das kompakt geworden ist, bildet das Objekt.  Eine Trocknungszeit ist nicht mehr erforderlich.

7 – Das Trocknen
Nach dem Herausholen aus der Form erfolgt das Trocknen der Teile, das je nach Größe zwölf bis vierundzwanzig Stunden dauern kann. Während des Trocknens schrumpfen die Teile um 3%.

8 – Die Bestückung besteht darin, mit dem Tonschlamm und hinzugefügten Bindemittel den Besatz zu befestigen, wie etwa die Ausgüsse und Henkel am Rumpf der Teile zu befestigen und auch die Löcher in die Ausgüsse der Tee- und Kaffeekannen zu bohren.

9 – Das Putzen ermöglicht, die durch die Teilung der Form entstandenen Nähte zu entfernen und weitere Fehlerstellen zu beseitigen.

10 - Das erste Brennen
Die Teile werden bei 980 °C in Öfen gebrannt, die zurzeit mit Erdgas betrieben werden. Durch dieses geschickte Brennen werden die Teile gehärtet, entwässert und porös gemacht, damit die Emaille dann an der Oberfläche Halt findet.

11 – Emaillieren
Beim Öffnen des Ofens sind die Teile brüchig und porös. Diese Porosität ermöglicht das Anketteln. Alle Teile werden von Hand in ein Emaillebad getunkt, um eine glatte und glänzende Erscheinungsform zu erhalten. Die nicht emaillierten Gegenstände bleiben matt; man nennt sie biskuitweiß.  Die Emaille besteht aus denselben Bestandteilen wie die Porzellanmasse, aber mit anderen Mengenverhältnissen. Das Emaillieren ist ein sehr hoch entwickeltes Verfahren, das es ermöglicht, auf die Oberfläche des Teils eine Schicht aufzutragen, die so gleichmäßig wie möglich ist. Der Arbeitsschritt ist präzise und schnell: 1.200 Unterteller pro Stunde.